Makuladegeneration

Definition

Makula ist die medizinische Bezeichnung für die Netzhautmitte, die Stelle des schärfsten Sehens. Auf der Makula wird immer das abgebildet, was wir gerade fixieren.

Bei der Makuladegeneration wird dieser, nur 0,2 mm große, Bereich der Netzhaut fortschreitend geschädigt. Die Sinneszellen sterben ab, das zentrale Sehen verschlechtert sich irreversibel und erheblich.

Es werden 2 Formen der Makuladegeneration unterschieden:

  • Trockene Makuladegeneration
  • Feuchte Makuladegeneration

Je älter wir werden, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass wir eine Makuladegeneration entwickeln. Mit 70 Jahren beträgt die Wahrscheinlichkeit etwa 20%, mit 80 Jahren bereits 35%. Frauen sind häufiger betroffen als Männer.

Ursache

Welche Einflüsse letztendlich für die Entstehung einer Makuladegeneration verantwortlich sind, konnte bis heute noch nicht abschließend geklärt werden. Zum jetzigen Zeitpunkt sind drei Gruppen von Risikofaktoren bekannt, die einen wesentlichen Einfluß auf die Entstehung der AMD haben:

  • Die normalen Alterungsvorgänge im Komplex von zentraler Netzhaut und den darunter liegenden Schichten
  • Genetische Faktoren
  • Externe Faktoren wie z.B. Rauchen und Übergewicht

Offensichtlich ist eine Durchblutungsstörung der Aderhaut keine unmittelbare Ursache. Darum können auch durchblutungsfördernde Medikamente weder die Sehschärfe verbessern noch den Krankheitsverlauf beeinflussen.

Bei der am Häufigsten auftretenden trockenen Form (85%) der Makuladegenerationen führen Alterungsvorgänge dazu, dass Stoffwechselprodukte der Sinneszellen ( retinales Pigmentepithel ) nicht mehr ausreichend abgebaut werden können und sich als Drusen ablagern, mit der Folge eines allmählichen Sehschärfenverlustes.

Die feuchte Form der Makuladegeneration (15%) kann wesentlich schneller fortschreiten und ist gekennzeichnet durch eine flüssigkeitsbedingte Schwellung der Netzhaut. Dies führt zu einer Verschiebung der Netzhautrezeptoren, so dass für den Patienten als erstes Anzeichen Linien und Gegenstände verzerrt erscheinen. Die Schwellung der Netzhaut wird durch Blutgefäße verursacht, die krankhafterweise aus der Aderhaut in die Netzhaut einwachsen und dort die Sinneszellen zerstören.

Symptome

Frühe Anzeichen einer Makuladegeneration sind verschwommene Bilder, schwer unterscheidbare Farben und Verzerrung gerader Linien. Das zentrale Sehen wird durch dunkle oder leere Felder ( Skotome ) blockiert. Dies Ausfälle machen sich meist zuerst beim Lesen bemerkbar.

Im späteren Stadium der Krankheit kann der Patient auch Gesichter nicht mehr erkennen.

Was aber in den meisten Fällen erhalten bleibt ist das periphere Sehen und damit die Orientierung im Raum.

Die altersbedingte Makuladegeneration verursacht keine Schmerzen.

Diagnose

Bei der Untersuchung mit dem Augenspiegel kann der Augenarzt Veränderungen im Bereich der Makula frühzeitig erkennen.

trockene Makuladegeneration
trockene Makuladegeneration
feuchte exsudative Makuladegeneration
feuchte exsudative Makuladegeneration
 

Therapie

Nur selten ist eine wirksame Behandlung der Makuladegeneration möglich.

Operative Verfahren sind sehr aufwändig, für den Patienten belastend und haben sich als nicht wirksam erwiesen. Sie werden deshalb kaum noch angewendet.

Bei manchen Betroffenen mit feuchter Makuladegeneration kann eine Laserkoagulation (photodynamische Therapie) das Fortschreiten der Erkrankung verhindern oder verlangsamen.

Da eine bereits eingetretene Schädigung der Netzhaut nicht rückgängig gemacht werden kann, kommt der Prophylaxe und früh einsetzenden Therapie große Bedeutung zu.

Viele Studien zeigen, dass eine Behandlung der trockenen Makuladegeneration mit hochdosierten Mikronährstoffen das allmähliche Nachlassen der Sehschärfe verlangsamen kann.

Auch eine Behandlung mit ionisiertem Sauerstoff erreicht in vielen Fällen eine Funktionsstabilisierung.

Prophylaxe

Risikofaktoren sollten vermieden werden. Hierzu zählen z.B. Bluthochdruck, Rauchen, vitamin- und mineralienarme Ernährung sowie vermehrte Belastung durch UV-Strahlen (Sonnenlicht, Solarium).

Z.B. erhöht Rauchen das Risiko an einer Makuladegeneration zu erkranken um das Vierfache!

Grundsätzlich gilt : alles was der allgemeinen Gesundheit dient, kommt auch dem Auge zugute.

Überprüfen Sie Ihre Makula-Funktion mit dem Amsler-Gitter-Test:

Testgitter / Amsler-Netz
Testgitter / Amsler-Netz

Zur Untersuchung decken Sie jeweils ein Auge ab und fixieren den Punkt in der Mitte in einem Abstand von ca. 35cm. Tragen Sie eine Lesebrille, so benutzen Sie diese für diesen Test.

Idealerweise sollten alle Quadrate die gleiche Größe haben und die Striche senkrecht wie wagerecht gerade sein.
Treten aber Verbiegungen der Linien, Verzerrungen der Quadrate oder leere Stellen auf, könnte das ein Hinweis auf eine krankhafte Veränderung der zentralen Netzhaut sein.

Suchen Sie in diesem Fall einen Augenarzt auf.