Diabetes wird zur Volkskrankheit

Während 1960 weniger als 1 Millionen Menschen an Diabetes erkrankt waren, betraf diese Erkrankung 2010 schon mehr als 8 Millionen Deutsche. Dramatisch ist die Situation bei den über Siebzigjährigen, hier leidet fast jeder Dritte an Diabetes. Aber auch immer mehr Kinder und Jugendliche sind betroffen.

Allein in Deutschland erkranken jedes Jahr 270.000 Menschen an Diabetes, das sind rund 700 Neuerkrankungen pro Tag, Tendenz deutlich steigend. Alljährlich verursacht der Diabetes in Deutschland 28.000 Amputationen, 27.000 Herzinfarkte, 44.000 Schlaganfälle, mehr als 8.000 neue Dialysefälle. Und:

Circa alle 6 Stunden erblindet ein Mensch an den Folgen der diabetischen Retinopathie.

Verursacht wird die diabetische Retinopathie durch eine Zerstörung und einen Abbauprozess zunächst der kleinen Blutgefäße der Netzhaut (Mikroangiopathie). Diese Gefäße können anschwellen oder Flüssigkeiten austreten lassen. Im weiteren Verlauf der Krankheit können sich neue, anomale Blutgefäße (Makroangiopathie) in der Netzhaut bilden und dadurch das Sehen gefährden.

Fast alle Diabetiker entwickeln nachweislich eine diabetische Retinopathie im Laufe Ihres Lebens.

Der Beginn einer diabetischen Retinopathie erfolgt zunächst ohne Symptome, die Krankheit kommt schleichend. Unerkannt und ohne Behandlung kann es nach einiger Zeit zu einer schweren Sehbehinderung bis hin zur Erblindung kommen. Daher ist es von besonderer und ausschlaggebender Bedeutung diese Netzhautveränderungen frühestmöglich zu erkennen. Als Schwerpunktpraxis für die Früherkennung und Behandlung diabetischer Augenveränderungen hat die Praxis Dr. Goldammer + Kollegen ein neuartiges Gerät zum Netzhautscreening erstmalig in Deutschland und auch in Europa eingeführt. Mit dieser ERG-basierten Diagnostik ist der Ausschluss einer diabetischen Retinopathie möglich. Vorteil dieser Screening –Methode ist, dass auf eine medikamentöse Pupillenerweiterung verzichtet werden kann. Die Befundinterpretation erfolgt analog der „Early Treatment Diabetic Retinopathy Study Group“ (ETDRS), die vor etwa 25 Jahren eine Klassifikation diabetischer Netzhautveränderungen eingeführt hat. Seit 1991 ist diese Einteilung internationaler Standard und hat sich in der klinischen Praxis als sehr hilfreich erwiesen. Bestehen keine Auffälligkeiten sind jährliche Kontrollen ausreichend. Bei einem grenzwertigen oder schon pathologischen Befund ist eine weiterführende spezifische Diagnostik in Form einer 7-Feld-Fundusfotografie notwendig. Als weitere diagnostische Maßnahmen dienen dann die Fluoreszenzangiografie (FAG) und die Optische Cohärenztomografie (OCT).