Sauerstofftherapie

Was ist Sauerstoff - Mehrschritt - Therapie?

Die Sauerstoff - Mehrschritt- Therapie ( kurz: SMT ) beruht auf Erkenntnissen des Dresdner Physikers Prof. Manfred von Ardenne (1907- 1997). Er konnte belegen, daß regelmäßige Sauerstoff-Inhalationen, die über einen bestimmten Zeitraum durchgeführt werden, die Sauerstoffversorgung der Gewebe verbessern.

Der Effekt der SMT beruht auf einem durch Sauerstoff - Zufuhr erreichbaren Schaltmechanismus in den kleinen Haargefäßen (Kapillaren), deren Wand-zellen bei Sauerstoffmangel anschwellen und damit den Blutstrom drosseln, durch Sauerstoff - Zufuhr jedoch wieder abschwellen und den Blutstrom deutlich erhöhen.

Die Sauerstoff - Mehrschritt - Therapie unterscheidet sich von den üblichen Sauerstoff - Inhalationen durch drei verschiedene Teilschritte :

  1. Schritt: Dieser dient der Vorbereitung des Organismus auf die effektivere Versorgung mit Sauerstoff. Die Gabe von Vitaminen, Mineralstoffen (z. B. Magnesium), Eisen und Spurenelementen (z. B. Zink und Selen) erhöht die Sauerstoffaufnahme der Zellen und optimiert die Verarbeitung des Sauerstoffs. Zusätzlich kann das Immunsystem durch Einnahme verschiedener Präparate (z. B. Thymus oder Mistel) stimuliert werden.
  2. Schritt: Inhalation (Einatmen) von ionisiertem Sauerstoff durch ein Spezialgerät (Ionisator). Die Inhalation erfolgt über eine Maske in 18 Sitzungen zu 20 min.
  3. Schritt: Durch Bewegungsübungen (auch bei Ruheanwendungen alle 8-10 Minuten im Intervall) wird die Durchblutung verbessert. Auch geistige Tätigkeit, z. B. Lesen, regt die Hirndurchblutung an.

Die Bedeutung von Sauerstoff

Sauerstoff ist die Grundlage allen Lebens.
Mit Hilfe von Sauerstoff verbrennt der Körper die Nahrungsbestandteile wie Fette, Kohlenhydrate und Eiweißstoffe zu Kohlendioxid und Wasser. Dadurch erhält er die Energie, um seinen Stoffwechsel in Gang zu halten.

Der Sauerstoffverbrauch des Gehirns eines Erwachsenen beträgt etwa 3,5 ml Sauerstoff pro 100g Gehirn pro Minute im Ruhezustand. Dies sind etwa 20% der gesamten Sauerstoffaufnahme in Ruhe.
Das Gehirn ist Sauerstoffmangel gegenüber sehr empfindlich. Eine Unterbrechung der Zufuhr von 10 Sekunden führt zu Bewußtlosigkeit und nach 4 Minuten zu starken Schäden bis hin zum Gehirntod.

Mit zunehmendem Alter, durch falsche, bewegungsarme Lebensweise, ein-seitige oder schlechte Ernährung, Alkohol, Nikotin, Medikamente oder durch Erkrankungen, verschlechtert sich die Sauerstoffversorgung der Zellen.
Durch ein zusätzliches Angebot von ionisiertem Sauerstoff steigt der Sauerstoffpartialdruck wieder an, damit erhöhen sich Wohlbefinden und Lebensqualität.

Genauso verhält es sich auch beim Streß. Durch die Einwirkung äußerer Sreßfaktoren kommt es zu einer Erhöhung des Stoffwechsels und damit verbunden zu einem Absinken des Blutsauerstoffspiegels.

Durch eine Therapie mit ionisiertem Sauerstoff läßt sich dieses Defizit vermindern, der Sauerstoffpartialdruck erreicht wieder Normalwerte.

Abbau, Abnutzung und Degeneration sind Stichworte, die jedem Menschen einfallen, wenn er an das Altern oder an die Belastung durch Streß denkt.

Die vier Hauptkennzeichen des Alterns sind:

  1. Sauerstoffmangel im Blut und in den Geweben
  2. Verstärkte Degeneration (Abbau). Die natürliche Regeneration (Wiederaufbau) kann damit nicht mehr Schritt halten.
  3. Vitalstoffe, also die lebenswichtigen Substanzen im Körper, nehmen immer weiter ab. Hierzu gehören Hormone, Enzyme, Aminosäuren, Nukleinsäuren oder - von außen - Vitamine und Spurenelemente.
  4. Die körpereigene Abwehr (Immunsystem) wird schwächer. Krankheiten können früher oder schwerer auftreten.
  5. Was hier über das Altern gesagt ist, trifft in weiten Bereichen auch auf die Schwächung des Körpers durch Streß zu, auch dann, wenn sich der Mensch erst im mittleren Lebensalter befindet.

Warum ist Sauerstoff so wichtig?

Für alle Lebensvorgänge in unserem Körper wird Energie benötigt. Deshalb sind auch Gesundheit, Leistungsfähigkeit und Wohlbefinden an ein hohes Energiepotential gebunden. Nur wenn genügend Sauerstoff vorhanden ist, kann unser Körper aus Nährstoffen optimal Energie gewinnen.

Weil wir Sauerstoff nicht speichern können, sind wir lebenslang auf eine kontinuierliche Zufuhr angewiesen. Dies geschieht mit Hilfe der Atmung aus der Umgebungsluft. In der Lunge tritt der Sauerstoff in das Blut über und wird durch das Herz – Kreislauf - System an Gewebe und Organe herange-führt. Feinste Blutgefäßaufzweigungen (Kapillaren) verteilen den Sauerstoff an die Zellen, in denen durch biologische Oxidation energiereiche Stoffe entstehen.

Ob genügend Sauerstoff vorhanden ist, kann der Arzt durch eine Messung feststellen.

Wie zeigt sich Sauerstoffmangel?

Nachlassende Sehschärfe, zeitweiliges Verschwommensehen, Kopfschmer-zen, Gesichtsfeldeinschränkungen, Flimmern vor den Augen und auch er-höhte Lichtempfindlichkeit können einen Hinweis auf mangelnde Sauerstoff-versorgung des Auges sein.
Müdigkeit und Abgeschlagenheit, ein Gefühl der Kraftlosigkeit und des Leistungsabfalls, Schwindelerscheinungen, Konzentrationsschwäche sowie geistige Erschöpfung sind oft die ersten Anzeichen für beginnende Sauerstoffdefizite im Gehirn. Auch Einschlafstörungen und verstärkte Wetterfühligkeit können auftreten. Außerdem erhöht sich die Anfälligkeit gegenüber Krankheiten.

Die Ursache:

In den feinsten Gefäßen, den Kapillaren (sie durchbluten z.B. das Herz, das Gehirn, die Netzhaut sowie alle Organe) sammeln sich Flüssigkeiten und Schlacken und können nicht mehr abfließen. Hierdurch kommt es zu einer Verdickung der Gefäßwände, so daß eine sichere Versorgung benachbarter Zellen nicht mehr möglich ist.

Ionisierter Sauerstoff, was ist das, wie wirkt er?

Ionisation bedeutet, daß der Sauerstoff entweder negativ oder positiv elektrisch aufgeladen und damit polarisiert wird. Das Verfahren der Ionisation – das ist die Veränderung der Elektronenanzahl eines neutralen Atoms oder Moleküls durch Abspaltung oder Hinzufügen eines oder mehrerer Elektronen – spielt in der Physik und der Chemie, seit langem aber auch in der Medizin eine wichtige Rolle.
Die besondere therapeutische Wirkung des ionisierten Sauerstoffes liegt darin, daß der ionisierte, also elektrisch geladene Sauerstoff die Blutzirkulation wesentlich stärker intensiviert. Der Sauerstoffpartialdruck wird erhöht. Diese Erhöhung, wenn sie lange genug einwirkt, läßt Flüssigkeiten und Schlacken, die sich in den Gefäßen abgelagert haben, abfließen. Die Zellatmung wird verbessert.

Welche Folgen hat Sauerstoffmangel am Auge?

Die menschliche Netzhaut wird im Bereich der Sinnesepithelschicht per Diffusion von den Aderhautgefäßen versorgt. Die Nervenzellen der Netz-haut werden von Ästen der zentralen Netzhautarterie versorgt.
Störungen der Durchblutung in diesen Bereichen führen zu Sehschärfen-minderungen durch den Verlust von Netzhautgewebe, das nicht regeneriert werden kann.

Die altersbedingte Makuladegeneration ist die Hauptursache für hochgradige Sehbehinderungen. Man unterscheidet zwischen der „trockenen“ und "feuchten“ senilen Makuladegeneration.
Als Makula wird die Netzhautmitte bezeichnet, die uns befähigt Bilder scharf zu sehen und Farben zu erkennen.

Bei der weitaus häufigeren trockenen Makuladegeneration treten aufgrund degenerativer Vorgänge in der Netzhaut scharf umschriebene atrophische Areale auf.
Bei der feuchten Verlaufsform führt die flüssigkeitsbedingte Schwellung der Netzhaut zu einer Verzerrung des auf der Netzhaut entstandenen Bildes, so daß für den Patienten als erstes Anzeichen Objekte verzerrt erscheinen.

Die aufgezeigten Veränderungen treten im Bereich des Makulazentrums auf und sind bei entsprechendem Untergang der Nervenzellen mit dem Verlust der zentralen Sehschärfe verbunden, so daß eine Lesefähigkeit häufig nicht mehr gegeben ist.

Das zentrale Sehvermögen kann außerdem durch Verschlüsse der retinalen Zentralvene bzw. entsprechender Venenäste verlorengehen.
Hierbei kommt es aufgrund zunehmender Zähflüssigkeit (Viskosität) des Blutes bzw. Gefäßwandveränderungen (Arteriosklerose) zu entsprechenden Gefäßverschlüssen.

Es ist also festzustellen, daß allen eben beschriebenen Netzhaut-erkrankungen eine Sauerstoffminderversorgung zugrunde liegt. Medika-mentöse Ansätze, die Sauerstoffversorgung der Netzhaut zu verbessern, haben bislang keinen Erfolg gezeigt.

Die einzige z. Zt. wirksame Therapie, die nur bei der feuchten Makuladegeneration versucht werden kann, ist die Laserkoagulation, mit der man zum Einen undichte Gefäße verschließt, zum Anderen das betroffene Gebiet flächig koaguliert, um eine Austrocknung zu bewirken.
Nachteil der Laserkoagulation ist der Untergang von funktionsfähigem Netzhautgewebe, so daß der Einsatz in der Makula nur in sehr seltenen Fällen in Frage kommt.
Die in jüngster Zeit eingesetzte photodynamische Therapie kommt nur für einige wenige Patienten mit feuchter Makuladegeneration in Betracht.

Aufgrund dieser Erwägungen erscheint es sinnvoll, eine Sauerstoff - Mehrschritt - Therapie einzusetzen, um die Durchblutung der Netzhaut und damit auch die Funktion zu verbessern.
Bereits abgestorbenes Gewebe kann natürlich nicht wieder reaktiviert werden, aber schlecht versorgte Areale werden revitalisiert und sind damit funktionstüchtiger.
Untersuchungen deutscher Universitätskliniken konnten nicht nur den Anstieg des Sauerstoffpartialdruckes für 1 bis 1 ½ Jahre bestätigen, son-dern in vielen Fällen kam es sogar zu einer beachtlichen Verbesserung der Sehschärfe.
Insbesondere die Fließeigenschaften des Blutes konnten verbessert werden, was z.B. nach Thrombosen wichtig ist oder als Prophylaxe bei thrombose-gefährdeten Patienten.

Hauptziel der Sauerstofftherapie ist es jedoch, das sich in einem "Absterbe-prozeß" befindliche Gewebe zu erhalten.

Wo kann die Sauerstoff- Mehrschritt- Therapie noch helfen?

  • Erhöhung der körperlichen und geistigen Leistungsfähigkeit, besonders für unter starkem Dauerstreß stehenden Personen und für Personen im höheren Lebensalter.
  • Streßfolgen werden gemindert
  • Vorsorge im Hinblick auf viele Krankheiten und Beschwerden, die auf Sauerstoffmangel des Organismus beruhen.
  • Herabsetzung der Anfälligkeit gegenüber Krankheiten (Prävention)
  • Herabsetzung der Gefährlichkeit von Krankheiten, besonders in höherem Alter
  • Risikosenkung vor Operationen
  • Minderung von Ohrgeräuschen (Tinnitus und Schwindel bei Durchblutungsstörungen im Innenohr
  • Zur Erhaltung der Leistungsreserven des gesamten Organismus
  • Zur Bekämpfung und Vorbeugung von Energie- und Sauerstoffmangel
  • Zur Verbesserung der körpereigenen Abwehrkräfte und zur Stabilisierung des Immunsystems
  • Zur Bekämpfung der Folgen von starken Belastungen durch Beruf, Familie oder falsche Lebens- bzw. Ernährungsgewohnheiten
  • Zur Erhöhung der Merkfähigkeit und zur Steigerung der Konzentration